
Geparkt wird in Lengerich kostenlos hinter dem Feuerwehrhaus an der Schulstraße. Wir gehen ein Stück die Hauptstraße entlang Richtung Friedhof, biegen aber schon an der nächsten Kreuzung (mit Ampel) rechts ab und sind auf der Friedhofstraße. Ein wenig Asphalt müssen wir anfänglich schon in Kauf nehmen, denn wir folgen der Friedhofstraße dem Linksbogen entlang schön aufsteigend bis zur Straße "Am Kleeberg" (Tennishalle linker Hand).
Die Friedhofskapelle in Lengerich ist aufwändig restauriert worden.
Wenn wir in die Straße "Am Kleeberg" einbiegen, haben wir schon etliche Höhenmeter erklommen. Und am Kleeberg geht es noch ein Stückchen höher. Links sehen wir bald eine alte Kapelle. Es ist die alte Friedhofskapelle der Westfälischen Klinik. Die jetzt gemeinsam mit dem Heimatverein betreute Kapelle ist als historisches Baudenkmal in die Denkmalliste eingetragen. Am Himmelfahrtstag findet dort alljährlich ein "Gottesdienst im Freien" statt.
Wir gehen durch den Torbogen, bis zum Ende des alten Friedhofs, dann kurz rechts, um den Weg links zu wandern, der die saftigen Wiesen links vom Wäldchen trennt. Am Ende stehen wir an einem Zaun, dort gehen wir rechts berauf bis zum Kammweg. Dort gehen wir links. Nach einigen Metern liegt links versteckt der Lengericher Canyon. Es ist ein alter Steinbruch, heute Naturschutzgebiet und: Betreten verboten. Aber es gibt eine Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick auf diesen Canyon und auf das gesamte Münsterland gestattet.
Wenn wir uns dort ausgeruht haben, geht es diesen Kammweg, die Straße "Am Kleeberg" weiter. Bald überqueren wir auf einer Brücke die Autobahn A 1, genannt die Hansalinie. Am Fuß der Brücke wandern wir links weiter (Straße "An der Bashake"), kreuzen die Tecklenburger Straße und wandern den Wolfsmühlenweg mit der Beschilderung des Tecklenburger-Land-Rundwegs, das ist ein kleines geschwungenes t im Kreis, am Strubberg entlang.
Der Teuto-Express dampft regelmäßig über die Gleisen der TWE.
Wir überqueren die Gleise der Teutoburger Wald-Eisenbahn, auf der in den Sommermonaten der Teuto-Express zu Ausflugsfahrten einlädt. Kleiner Exkurs für Freunde der qualmenden Feuerrösser: Meistens zieht die historische Dampflok Borsig von 1942 (Betriebsnummer 50 3655) den langen Zug mit den perfekt restaurierten Personenwagen. Was ihr auch auf den Höhen des Teutoburger Waldes nicht gerade schwer fällt, hat sie doch 1760 PS. Der Verein Eisenbahn-Tradition Lengerich betreibt diese Lok neben einigen anderen. Gekauft wurde sie 1992 in Chemnitz für 10.000 Mark als Lok-Ruine, aber mit gutem Kessel und brauchbarem Fahrwerk. 150.000 Mark musste der Verein noch einmal hineinstecken und 3.000 Arbeitsstunden, bis der Schornstein wieder rauchen konnte. Und dann kam 2001 die Fahrwerkhauptuntersuchung, zu der noch einmal 250.000 Mark fällig wurden. Aber jetzt fährt sie wieder brav. Weitere Informationen unter www.eisenbahn-tradition.de.
Wir überqueren also die Gleise und folgen dem t halbrechts bis Haus Marck. Der im 14. Jahrhundert erbaute Herrensitz ist mit einem Rittersaal ausgestattet, wie man ihn nur aus Historienfilmen kennt. Darüber hinaus beherbergt er seit dem Jahr 1320 ein Hausarchiv mit antiquarischen Dokumenten, die von der Geschichte des Anwesens und seiner Umgebung erzählen. Mit Haus Marck verbinden sich zwei bedeutsame Ereignisse. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges fand 1643 auf der Wasserburg eine Vorverhandlung zum Westfälischen Frieden statt. Fast zweihundert Jahre später wurde im Jahre 1831 Friedrich von Bodelschwingh auf Haus Marck geboren. Als evangelischer Pfarrer übernahm er 1872 die Leitung und den weiteren Ausbau der heute weltweit anerkannten Diakonieanstalten Bethel bei Bielefeld. Durch Heirat gelangte Haus Marck im 16. Jahrhundert an die Freiherren von Diepenbroick. Die Familie von Diepenbroick-Grüter bewohnt noch heute das Anwesen. Die Außenanlage ist jederzeit zu besichtigen, die Innenräume nur im Rahmen einer der Führungen, die von April bis Oktober samstags von 10 bis 12 Uhr angeboten werden. Gruppenführungen für zehn oder mehr Interessenten finden nach Vereinbarung auch außerhalb der regulären Zeiten statt.
Die Freilichtbühne in Tecklenburg ist überdacht und bietet auch bei Regen einen ungetrübten Theater-Genuss.
Wenn wir vor Haus Marck stehen, gehen wir über den Wirtschaftshof nach Norden, überqueren erneut die Gleise und wandern weiter die Apfelallee entlang. Jetzt noch einmal ordentlich durchatmen, denn wir haben die Höhen des Teuto noch nicht erreicht. Am Ende der Straße führen die Stufen hoch zur Bahnhofstraße. Diese gehen wir rechts und folgen dem Verlauf der Straße bis zur Lengericher Straße. Dann gehen wir rechts und kurz danach wieder links in die Gräfin-Anna-Straße bis zur Bushaltestelle Tecklenburg.
Der Marktplatz in Tecklenburg mit seinem malerischen Fachwerk-Ensemble.
Damit wäre unsere Wanderung beendet. Wenn, ja, wenn nicht der Luftkur- und Kneippkurort mit seinem historischen Marktplatz und den einmaligen Fachwerkhäusern locken würde. Tecklenburg hier im Detail zu beschreiben, hieße Bücher zu füllen.